In der Theorie sollte Wissenschaft allen dienen. In der Praxis werden wissenschaftliche Methoden für unwissenschaftliche Zwecke missbraucht. Forschungsarbeiten werden überwiegend von großen Konzernen, Regierungen und Parteien finanziert und hergestellt, um ihren Gewinn zu vergrößern oder Regulierungen zu rechtfertigen.

Wissenschaft sollte auf der Suche nach den wahren Ursachen von Problemen sein. Die Forschung sollte Interessenskonflikte aufdecken und Lösungen dafür entwickeln. Fragestellungen und Ergebnisse sollten nicht für mächtige Organisationen entwickelt werden. Wissenschaft sollte keine Politik sein, die den Marktwert von bestimmten Personen oder Produkten verbessert. Eigene, unabhängige Forschungsmittel sind dazu notwendig. Durch Spenden und durch den Kauf von Kunst, von Aquarellen, Fotografien und CafePress Produkten, können Sie Kunst macht Wissenschaft unterstützen.

Ein weitverbreitetes Problem, das seit Jahrzehnten intensiv erforscht und oft erfolglos behandelt wird, sind Essstörungen. Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet werden häufig von der Pharmaindustrie finanziert. Als "Gegenleistung" werden pharmazeutische Produkte - Psychopharmaka, insbesondere Anti-Depressiva - zur Behandlung von Essstörungen verwendet. In derartigen Zusammenhängen werden seit über 30 Jahren psychiatrische Diagnosen - Adipositas, Anorexia Nervosa (Magersucht) und Bulimia Nervosa (Bulimie) - für Essstörungen entwickelt und Diagnosekriterien verfeinert.

Psychiatrische Diagnosen beruhen auf dem medizinischen Modell. Nach diesem Modell befinden sich die Ursachen, die bekämpft werden müssen, im Körper des Symptomträgers. Essstörungen mit derartigen Modellen zu erklären, ist ein fundamentaler Attributionsfehler, rechtfertigt jedoch den Einsatz von Psychopharmaka.

 

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Die Forschung hat bisher in erster Linie Daten von Einzelnen - insbesondere von Mädchen und Frauen - erhoben und gemessen, was bzw. wieviel sie essen und was sie beim Essen denken. Der Kontext, in dem gegessen wird, die Interaktionen zwischen Personen und die soziale Organisation des Essens in der Praxis wurden ignoriert und übersehen.

Im 2. Weltkrieg haben Ancel Keys und seine Kollegen ein außergewöhnliches Experiment durchgeführt. Über 100 Männer meldeten sich, um daran teilzunehmen. Die Befreiung vom Militärdienst war mit der Teilnahme verbunden. Die 36 gesündesten Männer, die in den Voruntersuchungen die besten körperlichen und seelischen Werte hatten, wurden für das Experiment ausgewählt. 6 Monate lang durften sie nur die Hälfte dessen essen, was sie normalerweise zu sich nahmen. 3 Monate vor dem Experiment und 3 bis 9 Monate danach wurden die Essgewohnheiten, das Verhalten und die Persönlichkeit der einzelnen Männer genau beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass Symptome, die als typisch für Anorexia und Bulimia Nervosa gelten, Symptome des Verhungerns sind. Bei den Männern wurden extreme körperliche, psychische, und soziale Veränderungen beobachtet, die anhielten, nachdem das Experiment vorüber war, und denen gleichen, die bei Essstörungen beobachtet werden.

Barbara@Klingenspor.org

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